Mai 11

Smartphones unter Android – kaum Virengefahr aber Apps-Probleme

Bisher ist kein “klassischer” Virus unter Android aufgetaucht. Sprich, Schadprogramme, die sich einfach nur zerstörerisch austoben, gibt es nicht. Sehr wohl sind einige sehr unschöne Funktionen in diversen Apps enthalten. Es passiert recht oft, dass Apps den Speicher nach den Kontakten und Telefonnumern auslesen. Das mag bei seriösen Anbietern dem Benutzerkomfort dienen, ein schummeriges Gefühl jedoch bleibt bei mir. Bei Whatsapp finde ich das noch ok, zumal ja auch ein richtiger Mehrwertdienst geboten wird – billiger kann man wohl kaum eine SMS versenden. Entsprechend lästig ist die Software für die großen Handynetze – da gibts nicht mehr so viel zu verdienen und ich vermute mal, dass Whatsapp den Providern ein böser Dorn im Auge ist.

Aber auch einige weniger nützliche Programme bedienen sich recht ungeniert am Datenbestand. Hier ist dann doch etwas Vorsicht geboten, wenn man irgendwelchen Billigapplikationen einfach mal das Auslesen des Speichers ermöglicht. Gott sei Dank fragt Android in solchen Fällen aber nach und im Zweifel sollte man nicht einfach nur auf ok klicken.

Überhaupt ist weniger das Betriebssystem unsicher, als dass es zunehmend diverse andere Angriffe gibt. Zurzeit grassiert massiv das Phishing im Web. Logisch, dass Android sehr gut mit Internetseitenseiten zurecht kommt und daher auch hier so manches Risiko lauert (übrigens nicht nur für Android, sondern für jedes internetfähige Handy, auch unter iOS von Apple oder Bada von Samsung). Immer mehr dubiose Seiten wollen persönliche Daten von Benutzern sammeln. Das reicht vom Adresshandel für lästige Werbung bis zu ausgewachsenen Betrugsversuchen mit dubiosen Abos oder auch anderen Verträgen. Auf dem heimischen Desktop wacht darüber idealerweise nicht nur ein Virenscanner, sondern gleich noch eine Firewall, die dubiose Seiten beim Surfen deutlich aufzeigt. Beispielsweise Norton warnt im Browser ausdrücklich, wenn eine Seite bereits als schädlich oder möglicherweise betrügerisch eingestuft wurde.

Auf dem kleinen Handydisplay sieht man leider nicht so gut die Fallstricke, wie es am Heimcomputer möglich ist. Dennoch kann man sich mit voller Internetfunktionalität bewegen und entsprechend schnell wird ein Abo oder sonstiger Unfug untergejubelt. Eine mögliche Abwehr besteht eigentlich nur in der Nutzerdisziplin, sich jedes Mal Zeit zu nehmen und auch wirklich das letzte Teil einer jeden Seite durchzulesen.

Faustregel: wo immer ein Formular mit der Nennung von persönlichen Daten auftaucht, lieber drei Mal drauf gucken, bevor man ein Kreuzchen setzt.