Alle Handys mit dem Betriebssystem Android sind vor Viren relativ sicher. Dies liegt vor allem an der Architektur des Betriebssystems selbst sowie die Art, wie dort Anwendungsprogramme eingebunden werden.
Android basiert grundsätzlich auf Linux, einem an sich schon bekannt sicheren System. Linux ist in mehrere Unterprogramme aufgeteilt, wovon der sogenannte Kernel das Herz des Systems ausmacht. Der Kernel teilt Rechenzeiten für Prozesse zu und regelt auch die Zugriffsrechte sowie Interaktion von Programmen untereinander.
Dazu kommt ein ausgefeiltes Rollenkonzept, was ein Benutzer oder ein Programm darf – oder eben nicht. Um eine Analogie zur Windows-Welt zu ziehen: der Kernel ist so etwas wie die system.exe und wer etwas an Prozessen starten oder beeinflussen darf, richtet sich nach den Rechten als Administrator, User und Programm. Von Haus aus sind die Programme untereinander recht klar abgeschottet. Entsprechend darf ein Programm nicht ohne die entsprechenden Rechte in anderen Programmen herumwildern oder sich als Administrator aufführen, der eben mal Zugriffe auf Systemeigenschaften freigibt.
Damit ist eine der häufigsten Sicherheitslücken von Windows oder Symbian schon deutlich besser gelöst. Bei vielen der bislang aufgetretenen Viren waren dort nämlich Zugriffe über ein, zwei Programme auf Systemeigenschaften und Daten anderer Programme möglich.
Trotzdem ist auch ein Linux nicht hundertprozentig sicher. Es wird nach wie vor Updates geben, welche Probleme beim Kernel oder bei einzelnen Applikationen beheben. Wird eine Lücke erkannt, ist sie in der Regel aber auch sehr schnell beseitigt. Immerhin arbeitet eine Unzahl von Entwicklern an Linux und seinen Artverwandten, was eine schnelle Fehlerkorrektur in der Regel gewährleistet. Ein ähnliches System auf Linux-Basis verwendet Apple für sein iPhone, das auch schon einmal upgedatet werden musste – Lücken mit eventuell kritischen Zugriffsmöglichkeiten auf Systemprozesse sollten beseitigt werden.
Tendenziell gilt: je breiter die Basis von engagierten Entwicklern ist, desto eher fallen Probleme auf und desto schneller ist eine Lösung gefunden. Nach meiner persönlichen Meinung wird es in Zukunft aber auch Antivirensoftware und vielleicht sogar richtige Firewalls für Android geben. Bei Linux sind diverse Firewalls in guter Qualität kostenlos verfügbar. Immerhin können derart leistungsfähige Handys nicht nur als eigener Rechner gesehen werden, sondern sie stellen in einer komplett vernetzten Umgebung auch ihrerseits eine Infektionsmöglichkeit für andere Geräte dar (auch, wenn sie eigentlich selbst nicht betroffen sind).
















